Fallstudie

Das Wasser einer Quelle für ein Dorf
im Hochland von Madagaskar

In Mahalavolona, im madagassischen Hochland, fließt eine gefasste Quelle Tag und Nacht unterhalb des Dorfes. Das Verteilerreservoir liegt 18 Meter höher und 500 Meter weiter entfernt. Dazwischen: weder Stromnetz noch Generator, sondern die Sonne. So entsteht dieses Projekt in LE LAB, der Anwendung zur Dimensionierung von Solarpumpensystemen, mit echten Screenshots und Zahlen.

Hochland, Madagaskar Gefasste Quelle: 1,2 bis 1,9 m³/h Bedarf: 32 m³/Tag, ganzjährig Höhenunterschied 18 m · Leitung 500 m Ohne Stromnetz und Generator
Das Projekt

Der Bedarf, wie die Gemeinde ihn formuliert

Das Dorf ist gewachsen, und die vorhandene Schwerkraftwasserversorgung reicht nicht mehr aus. Die gute Nachricht steht bereits: Die gefasste Quelle füllt per Schwerkraft ein Pufferbecken von 32 m³ am Fuß des Dorfes. Es bleibt der Aufstieg: täglich 32 m³ zum Verteilerreservoir zu fördern, das über den Häusern liegt, damit das Wasser anschließend von selbst zu den Zapfstellen hinabfließt.

32 m³/Tagder Wasserbedarf des Dorfes, ganzjährig: das tägliche Wasser, keine saisonale Bewässerung
1,2 bis 1,9 m³/hdie Ergiebigkeit der Quelle je nach Saison, also 29 bis 46 m³ pro Tag, aufgefangen im Pufferbecken von 32 m³
18 mder Höhenunterschied zwischen dem Becken und dem Dorfreservoir, 500 m Leitung entfernt
20 m³das höher gelegene Verteilerreservoir, das das Dorf per Schwerkraft versorgt

Besonderheit des Standorts: keine Bohrung. Die Pumpe taucht direkt in das Pufferbecken ein, 2 Meter unter der Oberfläche. Und keine zuverlässige Stromversorgung in der Nähe: Das Pumpen im Rhythmus der Sonne, ohne Batterien, drängt sich von selbst auf.

Schritt 1

Die Eingabedaten in LE LAB

Wenige Minuten Eingabe genügen. Die Referenzstadt für die Sonneneinstrahlung ist Antananarivo, rund hundert Kilometer entfernt, auf demselben Hochland und in derselben Höhenlage wie der Standort. Die eingegebene Tiefe beträgt nur 2 m, da die Pumpe im Becken eingetaucht ist; die Förderhöhe von 21 m deckt den Höhenunterschied und die Höhe des Reservoirs ab. Die Gesamtförderhöhe wird automatisch berechnet: 46 m, wovon die Hälfte aus den Druckverlusten der Leitung stammt. Auf 500 Metern wiegt das Rohr genauso schwer wie die Steigung: Genau das muss eine Dimensionierung erfassen.

Zusammenfassung der Studie in LE LAB: Antananarivo, 32 m³ pro Tag ganzjährig, Tiefe 2 m, Förderhöhe 21 m, 500 m Rohrleitung, berechnete Gesamtförderhöhe 46 m, keine Stromreserve, Wasserspeicher 20 m³

Die Zusammenfassung vor der Berechnung: Neun Antworten genügen, die Gesamtförderhöhe wird für Sie berechnet.

Schritt 2

Was LE LAB vorschlägt

Drei Module. Um das Wasser für ein ganzes Dorf zu fördern, fällt die Wahl auf eine LORENTZ PS2-1800 mit dem Pumpenende C-SJ5-12, versorgt von 3 Modulen zu 450 Wp, also 1.350 Wp in einem einzigen Strang. Durchschnittliche Produktion: 45 m³ pro Tag, einfach weil die Förderhöhe moderat bleibt und die Sonneneinstrahlung des Hochlands großzügig und gleichmäßig ist. Das ist die Sparsamkeit, die einem gut dimensionierten Pumpen im Rhythmus der Sonne eigen ist: keine Batterien, sehr wenige Module, kein Kraftstoff.

Von LE LAB vorgeschlagene Lösung: Pumpe LORENTZ PS2-1800 C-SJ5-12, Solarfeld mit 1.350 Wp aus 3 Modulen zu 450 Wp, durchschnittliche Produktion 45 m³ pro Tag

Die Lösung auf einen Blick: Pumpe, Solarfeld und durchschnittliche Produktion.

Warum eine LORENTZ? LE LAB schlägt auch eine Alternative einer anderen Marke vor, die jedoch für die gleiche Leistung doppelt so viele Module benötigt. Und über die Zahl hinaus zählt das Gelände: LORENTZ ist auf Madagaskar gut vertreten, mit Installateuren, die diese Pumpen kennen, und Ersatzteilen, die sich finden lassen. Für ein Dorfsystem, das über Jahre fernab von allem halten muss, zählt die lokale Wartungskette genauso viel wie das Datenblatt.
Schritt 3

Module fast flach, ohne Verlust

Auf dieser Breite beträgt der berechnete optimale Winkel 21°, mit den Modulen nach Norden ausgerichtet, da wir uns auf der Südhalbkugel befinden. Doch ein niedriges, wenig geneigtes Gestell lässt sich vor Ort einfacher bauen und bietet dem Wind weniger Angriffsfläche, ein echtes Thema in einem zyklongefährdeten Land. Die Winkeleinstellung von LE LAB beziffert diese Abwägung.

Einstellung des Modulwinkels auf 11 Grad in LE LAB: Die Jahresproduktion bleibt bei 100 % des Optimums von 21 Grad

Bei 11° bleibt die Jahresproduktion bei 100 % des Optimums: Das einfache Gestell kostet nichts, und diese Neigung genügt, damit der Regen die Module spült.

Schritt 4

Die Produktion, Monat für Monat und Stunde für Stunde

Die monatliche Produktion wird dem Bedarf gegenübergestellt, auf Basis von sechzehn Jahren realer Sonneneinstrahlung der Region. Der Tiefpunkt liegt im Juni, dem südlichen Winter: 39,7 m³ pro Tag, immer noch 24 % über den geforderten 32 m³. Der Rest des Jahres bewegt sich zwischen 40 und 49 m³. Die eingeblendete Niederschlagskurve erzählt die andere Hälfte des Klimas: von 475 mm im Januar bis 46 mm im September ist die lange Trockenzeit genau der Zeitraum, in dem das Quellwasser kostbar wird.

Geschätzte monatliche Produktion im Vergleich zum Bedarf von 32 m³ pro Tag, kritischer Monat Juni mit 39,7 m³ pro Tag, Niederschlagskurve von 475 mm im Januar bis 46 mm im September

Alle Monate liegen über der Bedarfslinie, auch der südliche Winter. Der kritische Monat wird angezeigt, nicht verborgen.

Täglicher Ertrag eines typischen Julitages: Fördermenge Stunde für Stunde, Spitze bei 5,5 m³/h, 39,5 m³ produziert, Bedarf von 32 m³ mit 23 % Marge gedeckt

Der typische Julitag, Stunde für Stunde: Die Pumpe steigt in den Stunden mit voller Sonne auf 5,5 m³/h und produziert 39,5 m³, also 23 % Marge auf den Bedarf.

Zwei Rhythmen, ein Becken. Die Quelle fließt rund um die Uhr mit weniger als 2 m³/h; die Solarpumpe fördert bis zu 5,5 m³/h während der Sonnenstunden. Das Pufferbecken von 32 m³ bringt beide zusammen: Es füllt sich langsam bei Tag und Nacht, die Pumpe leert es im Rhythmus der Sonne. Jeder arbeitet in seinem Takt, und die Nacht lädt wieder auf, was der Tag gefördert hat.
Schritt 5

Das 20 m³ Reservoir auf dem Prüfstand

LE LAB simuliert den Wasserspeicher Tag für Tag über sechzehn Jahre reales Wetter. Mit dem alleinigen Reservoir von 20 m³ sind 354 von 365 Tagen vollständig gedeckt. Die 11 unvollständigen Tage eines durchschnittlichen Jahres liefern dennoch 78 % des Bedarfs, und das fehlende Volumen über das Jahr summiert sich auf 76 m³ von 11.688, also 0,6 %. Die ungünstigste Phase der sechzehn simulierten Jahre: sechs Tage schwacher Sonne im April 2009.

Block Autonomie und Wasserspeicher: 354 von 365 Tagen mit dem Reservoir von 20 m³ gedeckt, 11 unvollständige Tage liefern 78 % des Bedarfs, fehlendes Volumen 76 m³ von 11688 pro Jahr, Referenzwerte 57 m³ und 80 m³

Die Referenzwerte beziffern die Fortsetzung, falls die Gemeinde null Fehltage anstrebt: 57 m³ würden die unvollständigen Tage auf höchstens einen pro Jahr begrenzen, 80 m³ würden jeden Tag der sechzehn Jahre decken.

Die Marge, die die Berechnung nicht mitzählt. LE LAB simuliert hier allein das Reservoir von 20 m³. Vor Ort füllt sich das Pufferbecken von 32 m³ die ganze Nacht weiter und bildet eine zusätzliche Matratze: Die reale Robustheit ist besser als die Anzeige. Und für das Wasser eines Dorfes lässt sich ein „unvollständiger“ Tag mit 78 % über einige Stunden Rationierung der Verteilung regeln, nicht über eine Wassersperrung.
Schritt 6

Die Herstellerkennlinien am realen Betriebspunkt

Die Q/H-Kennlinien der Pumpe, erstellt aus den offiziellen LORENTZ-Daten, mit hervorgehobener Förderhöhe des Projekts: 5,9 m³/h bei voller Leistung auf der Kurve der 46 m. Die Pumpe verträgt bis zu 7,7 m³/h und 70 m: Das System arbeitet komfortabel innerhalb seines Bereichs, ein Garant für Langlebigkeit.

Herstellerkennlinien der Pumpe PS2-1800 C-SJ5-12: Fördermenge nach verfügbarer Leistung, je Förderhöhe, Betriebspunkt 5,9 m³/h bei 46 m

Fördermenge nach verfügbarer Leistung, je Förderhöhe. Die gelbe Kurve ist die des Projekts, bei 46 m.

Was dieser Fall zeigt

Das Werkzeug setzt den Rahmen, die Fachkenntnis entscheidet

3 Moduledie Sparsamkeit eines gut dimensionierten Pumpens im Rhythmus der Sonne: keine Batterien, kein Kraftstoff, sehr wenig Material
2 m³/hdie eigentliche Grenze des Projekts ist die Quelle, nicht die Sonne: bei starkem Niedrigwasser liefert sie kaum 29 m³ pro Tag für 32 geforderte, und die Messung der Ergiebigkeit vor Ort bleibt Voraussetzung für jedes Angebot
16 JahreProduktion und Reservoir werden Tag für Tag über sechzehn Jahre realer Sonneneinstrahlung des Hochlands geprüft
Ehrlichkeitdie 11 unvollständigen Tage werden gezeigt, die nicht mitgezählte Marge des Pufferbeckens wird benannt, und die Pumpenwahl steht offen zum Argument der lokalen Wartungskette

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