Datenblatt

Der Solar-Frequenzumrichter
Grundfos RSI

Der RSI wandelt die Gleichstromleistung eines Solarfelds in dreiphasigen Wechselstrom zum Antrieb einer Tauchpumpe um, ganz ohne Batterien. Er verfügt über eine Nachführung des Punktes maximaler Leistung (MPPT), besitzt die Schutzart IP66, deckt einen Leistungsbereich von 1,5 bis 250 kW ab und kann je nach Konfiguration durch das Stromnetz oder ein Stromaggregat unterstützt werden. Diese Merkmale sind die wesentlichen Punkte, die bei seiner Dimensionierung zu berücksichtigen sind.

1,5 bis 250 kW Integriertes MPPT Wechsel- und Gleichstrom IP66
Das Prinzip

Ein Frequenzumrichter, geschaffen für die Sonne

Der Frequenzumrichter RSI bildet die Schnittstelle zwischen dem Photovoltaikgenerator und dem Tauchmotor. Die Photovoltaikmodule liefern eine Gleichspannung, die mit Einstrahlung und Temperatur schwankt, während der Motor eine dreiphasige Versorgung benötigt, deren Spannung und Frequenz präzise gesteuert werden müssen. Der RSI übernimmt diese Umwandlung und integriert dabei einen Algorithmus zur Nachführung des Punktes maximaler Leistung (MPPT). Er passt die Ausgangsfrequenz, und damit die Drehzahl der Pumpe, laufend an die momentan verfügbare Leistung an. Die Pumpe arbeitet so über die gesamte Einstrahlungsspanne, mit einem Förderstrom, der sich natürlich an die vom Solarfeld gelieferte Energie anpasst.

MPPTNachführung des Punktes maximaler Leistung, in den Frequenzumrichter integriert, ohne separates Bauteil
IP66für den Außeneinsatz konzipiert; die Montage unter den Modulen verkürzt das Kabel und begrenzt die Verluste
5 bis 160 HzAusgangsfrequenzbereich, weit über dem, was eine Tauchpumpe nutzt
2 Jahrean aufgezeichnetem Betriebsverlauf, minutengenau, im Menü abrufbar
Die zwei Klassen

Niederspannung oder Hochspannung, eine strukturierende Wahl

Der Frequenzumrichter RSI ist in zwei Eingangsspannungsbereichen erhältlich, deren Wahl die Dimensionierung des Photovoltaikgenerators bestimmt. Die Hochspannungsversion ist für Anlagen mittlerer und hoher Leistung bestimmt und erlaubt den Einsatz von Modulsträngen mit hoher Spannung. Die Niederspannungsversion, auf eine Höchstleistung von 15 kW begrenzt, ist für den Betrieb mit niedrigeren Gleichspannungen und angepassten Solarfeld-Konfigurationen ausgelegt.

 3 × 208-240 V3 × 380-440 V
Leistungsbereich1,5 bis 15 kW2,2 bis 250 kW
Mindestspannung am Punkt maximaler Leistung230 V450 V
Empfohlene Spannung290 bis 336 V530 bis 615 V
Maximale Eingangsspannung400 V800 V
Ausgangsfrequenz5 bis 160 Hz5 bis 160 Hz
SchutzartIP66IP54 oder IP66

Die minimale MPP-Spannung, die empfohlene Spannung und die maximale Eingangsspannung legen die Dimensionierungsgrenzen des Photovoltaikgenerators fest. Der Modulstrang muss eine Spannung oberhalb der minimalen Betriebsschwelle beibehalten, wenn die Zellentemperatur hoch ist, eine Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Nachführung des Punktes maximaler Leistung. Umgekehrt darf seine Leerlaufspannung die maximale Eingangsspannung des Frequenzumrichters nie überschreiten, unter den ungünstigsten Bedingungen, insbesondere bei starkem Frost, wenn die Modulspannung ihren Höchstwert erreicht. Die Dimensionierung muss daher die gleichzeitige Einhaltung dieser Grenzwerte gewährleisten, um einen zuverlässigen und durchgehenden Betrieb der Anlage über das gesamte Jahr sicherzustellen.

Die Grundregel

Der RSI wird anhand der Motorstromstärke gewählt

Die Dimensionierung des Frequenzumrichters richtet sich nach dem Nennstrom des Motors. Bei gleicher Leistung weist ein für eine niedrigere Nennspannung ausgelegter Motor einen höheren Nennstrom auf. Es kommt daher häufig vor, dass der benötigte Frequenzumrichter einer höheren Leistungsklasse angehört als der Motor, um die geforderte Stromstärke unter allen Betriebsbedingungen abzudecken.

RSI-Baugröße, Klasse 3 × 380-440 VNennausgangsstromBaugröße
2,2 kW5,6 AA
4 kW9,6 AA
7,5 kW16 AB
15 kW31 AB
22 kW46 AC
37 kW72 AC
55 kW105 AMR7
110 kW205 AMR8
250 kW460 AED

Dasselbe Prinzip gilt beim Austausch oder bei der Modernisierung einer bestehenden Anlage: Die Wahl des Frequenzumrichters erfolgt anhand der Nennwerte auf dem Typenschild des Motors, und nicht allein anhand seiner Scheinleistung. Der Inbetriebnahme-Assistent des RSI stützt sich im Übrigen auf diese Parameter, nämlich Nennspannung, Frequenz, Drehzahl, Nennstrom, Leistungsfaktor und Leistung, um den Frequenzumrichter zu konfigurieren. Um diesen Schritt zu vereinfachen, enthält er eine Bibliothek der wichtigsten Grundfos-Motoren, mit der sich das installierte Modell direkt auswählen lässt.

Die Pumpen

Was der RSI antreiben kann

Das technische Handbuch listet die kompatiblen Grundfos-Baureihen auf: die Tauchpumpen SP, die vertikalen mehrstufigen Pumpen CR, die NB und NK mit axialer Ansaugung, die MTR, die CM und die Inline-Pumpen TP. Nur zwei Bedingungen: eine Nennfrequenz von 50 oder 60 Hz, und ein Motor, der mit 3 × 380 V oder 3 × 220 V betrieben werden kann.

Rund um den Frequenzumrichter

Was eine RSI-Anlage wirklich umfasst

Eine vollständige Anlage umfasst neben dem Frequenzumrichter mehrere Ausrüstungsteile, deren Liste die Anleitung festlegt. Zwei davon betreffen die Auslegung und müssen bereits bei der Projektstudie vorgesehen werden.

ElementFunktionStatus
Gleichstrom-Trennschalterdas Solarfeld sicher trennenunverzichtbar
Schutz gegen Gleichstrom-Überspannungenden Eingang des Frequenzumrichters schützenunverzichtbar
Trockenlaufsensoreigener Eingang am Frequenzumrichterunverzichtbar
Sinusfilterdie Isolierung des Motors vor Spannungsspitzen schützenje nach Spannung und Kabellänge
Generatoranschlusskastendie Modulstränge zusammenführenje nach Größe des Feldes
FüllstandssensorAbschaltung bei vollem Speicheroptional, Eingang vorgesehen
Wechselstrom-TrennschalterTrennung zwischen Ausgang und Motoroptional
Der Einsatz eines Sinusfilters hängt von der Spannung des Photovoltaikgenerators und den Merkmalen der Anlage ab. Für die Tauchmotoren MS6000 legt die Dokumentation der SP-Pumpen ohne Filter eine maximale Spannung des Solarfelds von 400 V im Leerlauf sowie eine maximale Länge des ungeschirmten Motorkabels von 300 m fest. Der Einbau eines Sinusfilters hebt diese Grenzen auf 800 V beziehungsweise 500 m an.

Diese Vorgabe ist ausschlaggebend für die Wahl der Frequenzumrichter-Klasse. Die Modelle 3 × 380 bis 440 V benötigen eine Mindestspannung von 450 V am Punkt maximaler Leistung, was zwangsläufig eine Leerlaufspannung von über 400 V bedeutet. Der Einbau eines Sinusfilters ist bei dieser Klasse daher grundsätzlich erforderlich. Umgekehrt sind die Frequenzumrichter 3 × 208 bis 240 V für den Betrieb mit einem Photovoltaikgenerator ausgelegt, dessen Eingangsspannung unter 400 V bleibt, was unter den vom Hersteller vorgesehenen Bedingungen erlaubt, auf diesen Filter zu verzichten.
Schutzfunktionen

Die eingebauten Schutzfunktionen, und der Fühler, der sie ergänzt

Der Frequenzumrichter RSI integriert ein vollständiges Set an Schutzfunktionen zur Absicherung von Motor, Frequenzumrichter und Photovoltaikgenerator. Er überwacht insbesondere Überströme, Über- und Unterspannungen, Erdschlussfehler, Motorphasenausfälle, kurz- und langzeitige Überlastungen, Rotorblockierung, Unterlastbetrieb sowie die interne Temperatur des Frequenzumrichters. Er verfügt zudem über einen speziellen Schutz für Photovoltaikanwendungen: Wird die vom Generator gelieferte Leistung zu gering, um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten, unterbricht der Frequenzumrichter automatisch den Antrieb der Pumpe, um verschlechterte Betriebszyklen zu vermeiden.

Der Wärmeschutz des Motors beruht auf einem externen Fühler. Die Anleitung stellt nämlich klar, dass der Frequenzumrichter die Motortemperatur nicht misst. Ist ein Tauchmotor zudem mit einem integrierten Temperatursensor ausgestattet, zerstört das Einschalten des Frequenzumrichters diesen Sensor endgültig. Grundfos empfiehlt daher, stattdessen einen externen, dedizierten Pt100- oder Pt1000-Fühler zu installieren.

Die Inbetriebnahme umfasst eine zweite entscheidende Einstellung, die der minimalen Förderfrequenz. Dabei wird die Anlage bei sonnigem Wetter gestartet, die Frequenz schrittweise erhöht, bis tatsächlich ein Förderstrom einsetzt, und dieser Wert anschließend im Frequenzumrichter gespeichert. Diese Einstellung legt die Anlaufschwelle der Pumpe fest, unterhalb derer am Auslass kein Förderstrom geliefert wird.

Installationsbedingungen

Hitze und Höhenlage

Bei der Dimensionierung des Frequenzumrichters sind zwei Faktoren der Leistungsminderung zu berücksichtigen, insbesondere in heißen und hochgelegenen Regionen, in denen solare Pumpsysteme häufig eingesetzt werden. Bis zu einer Umgebungstemperatur von 40 °C kann der Frequenzumrichter seinen Nennstrom liefern. Darüber hinaus, bis 60 °C, muss der zulässige Ausgangsstrom gemäß den Herstellerangaben reduziert werden. Ebenso ist der Volllastbetrieb bis zu einer Höhe von 1.000 m gewährleistet. Darüber hinaus wird je 100 Höhenmeter eine Leistungsminderung von 1 % des Nennstroms angewendet, bis zur Höchsthöhe von 3.000 m.

Grundfos empfiehlt, den Frequenzumrichter unter dem Solarfeld zu installieren. Diese Anordnung verkürzt die Gleichstromverbindung, was die Leitungsverluste verringert und die Sicherheit der Anlage verbessert, während der Frequenzumrichter zugleich im Schatten der Module statt in direkter Sonneneinstrahlung steht. An heißen Standorten genügt dies, um die temperaturbedingte Leistungsminderung zu vermeiden.
Die Dimensionierung

Fünf Entscheidungen, eine einzige Dimensionierung

Einen RSI zu wählen bedeutet, gleichzeitig eine Pumpe, einen Motor, eine Frequenzumrichter-Baugröße, eine Modulstranglänge und eine Anzahl paralleler Stränge zu wählen. Diese fünf Entscheidungen hängen zusammen: Das Spannungsfenster bestimmt die Stranglänge, die Stranglänge bestimmt die Leistungsstufung des Feldes, und die Pumpe legt die Anlaufschwelle fest, unterhalb derer am Auslass kein Förderstrom geliefert wird.

Das Fenstergeprüft an der realen Kälte des Standorts und bei heißer Zelle, mit den Koeffizienten des gewählten Moduls
Die Schwelleberechnet für die Pumpe und die Förderhöhe des Projekts, und im Bericht angezeigt
Die Baugrößegewählt anhand der Motorstromstärke, wie vom Hersteller gefordert
Das ZubehörFilter, Trennschalter, Überspannungsschutz und Trockenlaufsensor automatisch zusammengestellt
Quellen

Woher diese Informationen stammen

  • Montage- und Betriebsanleitung RSI 1,5 bis 250 kW, Grundfos: technische Merkmale, Spannungsklassen, Baugrößen und Ausgangsströme, Wirkungsgrade des Antriebsmoduls, Inbetriebnahme-Assistent, Fehlercodes, Einstellung der minimalen Förderfrequenz.
  • Anleitung RSI AC Drives, Grundfos: gesteuerte Motortypen, Umgebungstemperaturbereiche und Leistungsminderung, Leistungsminderung mit der Höhenlage, Schaltfrequenz.
  • Technisches Handbuch RSI, Frequenzumrichter für erneuerbare Solarenergie zur Ansteuerung von Pumpen 1,5 bis 37 kW, Grundfos: allgemeine Beschreibung, Bestandteile der Anlage, kompatible Pumpenbaureihen, Zubehör.
  • Montage- und Betriebsanleitung SP und SPE, Grundfos: Spannungs- und Kabellängengrenzen mit und ohne Sinusfilter, Temperatursensoren am Frequenzumrichter.